Das System
Ving Tsun Kung Fu ist ein chinesisches Nahkampfsystem, das vor etwa 300 Jahre entstand. Die Legende sagt, dass die Gründerin des Ving Tsun Kung Fu Systems eine Frau namens Yim Ving Tsun war. Die Effektivität des Ving Tsun, die zwischen 1950-1960 auf den Strassen von Hong Kong unter Beweis gestellt wurde (BEIMO), liegt vor allem in kurzen und schnellen Bewegungen, gleichzeitig ausgeführtem Angriff und Verteidigung sowie Koordination der Fuß– und Handtechnik.
Das System besteht aus insgesamt sechs Formen:
Siu Nim Tao
Die Grundform oder „kleine Idee” lehrt uns den Grundtechniken (Tan; Bong; Fook; Wu; Huen; Pack; Gan…–sao) sowie das Zentrallinienprinzip( Jung Sein). Während der Ausübung steht man den imaginären Gegner frontal gegenüber, um linke und rechte Seite symmetrisch und gleichzeitig anwenden zu können. Wer sie richtig versteht, hat die Voraussetzung, das ganze System zu verstehen, sonst gibt es immer wieder Schwierigkeiten. Sehr wichtig ist, die Aufmerksamkeit dem Stand zuzuwenden, wobei die Beine ununterbrochen unter Spannung stehen. Oberkörper, der Bauch vor allem, soll entspannt sein.
Chum Kiu
Die fortgeschrittene Form des Ving Tsun, bei der man sich mit Wendung, Schritt und Fußtritt vertraut macht. Gegenüber der ersten Form hat man es hier mit dem beweglichen Gegner zu tun. Dynamisch und schlagartig ausgeführt, fördert sie Schnelligkeit, Präzision und Koordination der Fuß– und Handtechniken. Zu Beginn, der Koordination wegen, wird sie erst langsam, dann immer schneller und kraftvoller ausgeführt. Wobei die Genauigkeit der Technik berücksichtigt werden sollte.
Biu Jee
Die dritte Form ist nicht die höchste oder Meisterform des Ving Tsun wie es manche behaupten, sondern die Form die sich mit Ausnahmesituationen befasst. Sie wird dort benutzt, wo man das herkömmliche Ving Tsun nicht anwenden kann. Hier wird das V.T. Prinzip „außer kraft gesetzt”. Allerdings, wenn man sie richtig trainiert, hat man von dieser Form viel mehr als Ihr Ruf verspricht. Eigener Erfahrung nach, stellt sie doch ein wichtiges Glied in der Kette dar.
Muk Jan Jong
Die Holzpuppen Form ist unerlässlich für Ving Tsun Kämpfer. Nachdem man die drei waffenlosen Formen gelernt hat, ist man für die «wooden dummy» Form reif. Obwohl ich persönlich schon sehr früh Kontakt mit der Holzpuppe bevorzuge. Dies bildet sich selbstverständlich durch einfache Techniken und jeweils entsprechender Stufe des Schülers aus. Hier kommt V.T. zum vollen Ausdruck. Sie fordert impulsartige Kraft und sorgt für korrekte Ausführung der Technik.
Luk Dim Boon Kwun
Die Langstock Form wird erst relativ spät unterrichtet. Der Grund dafür ist, dass sie mehr Kraft verlangt als die anderen Formen. Einige Positionen sind schwer zu halten, was man dann nach ein paar Minuten deutlich in den Muskel spürt. Sie fördert die Kraft, das Zusammenspiel verschiedenen Muskel und den gesamten Körper. Die Form selbst ist sehr kurz, und relativ leicht zu erlernen aber die Anwendungen dagegen nicht. Es gibt sehr viele Übungsmöglichkeiten sei es mit Partner oder allein.
Bart Cham Dao
Die Doppelmessertechniken in V. T. unterscheiden sich von Schmetterlingsmessern anderen Kung Fu Systemen. Die Version von Yip Man ist in acht Sektionen unterteilt und beinhaltet die Messerdrehungen, während die andere (Wong Shun Leung) weniger kompliziert und einsatzrealistischer ist. Hier haben wir eigene Beinarbeit und es gilt eine andere Kampfdistanz. Deswegen wird sie am Schluss unterrichtet, um die gelernten Techniken und Prinzipien nicht durcheinander zu bringen. Sie ist eher interessant als nutzvoll, doch gehört sie zum System und muss gelernt werden. Das Einzige was sie zu bieten hat, ist Handgelenkskraft, vorausgesetzt man trainiert mit schweren Übungsmessern.
Versuchsausgabe Flash Video (2.5MB)
